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Bild zeigt: Besucherinnen und Besucher der Impulsveranstaltung (Ingo Heine)
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Besucherinnen und Besucher der Impulsveranstaltung
 
Bild zeigt: Josef Hecken, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Ingo Heine)
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Josef Hecken, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
 

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Niemand muss alles können!

Impulsveranstaltung zu „Netzwerken für Alleinerziehende“: Lokale Bündnisse und Pilotprojekte des Familienministeriums zeigen, wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Alleinerziehende institutionenübergreifend unterstützt werden kann

Mehr als 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland nahmen am 28. Juni an der Impulsveranstaltung „Netzwerke für Alleinerziehende“ in Berlin teil.
Vertreterinnen und Vertreter von Lokalen Bündnissen für Familie, von Grundsicherungsstellen, der kommunalen Verwaltung und sozialen Einrichtungen tauschten sich in drei Workshops über ihre Erfahrungen in Netzwerken für Alleinerziehende aus und erarbeiteten Lösungen dafür, wie man solche Netzwerke aufbaut und nachhaltig erfolgreich macht.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beschäftigten sich unter anderem mit der Frage, wie man erfolgreich den Bedarf an Unterstützung für Alleinerziehende vor Ort ermittelt. Wichtig ist es aus Sicht aller Beteiligten, zunächst zu klären, welche Wünsche die Alleinerziehenden haben und welche Angebote vor Ort wirklich gebraucht werden. Einige Lokale Bündnisse setzen dabei beispielsweise auf Befragungen – sowohl der persönlichen Ansprechpartner für SGB-II-Empfänger in den Grundsicherungsstellen als auch der alleinerziehenden Mütter und Väter bei Veranstaltungen. Hilfreiche Informationen liefern auch Alleinerziehenden-Verbände. Einen ganz speziellen Einblick bieten Planspiele: Sie helfen dabei nachzuvollziehen, mit welchen Behörden und sozialen Einrichtungen Alleinerziehende auf welche Art und Weise Kontakt haben. So lässt sich schnell ermitteln, an welchen Stellen scheinbar kleine Anforderungen im System große Herausforderungen mit sich bringen, wo Lücken im Netzwerk für Alleinerziehende bestehen und wie man sie schließt. Beim Aufbau von Netzwerken, die solche Lücken schließen sollen, gilt: Niemand muss alles können. Denn die Stärke solcher Netzwerke ist es, institutionenübergreifend Kompetenzen zu bündeln.

Die Bedeutung erfolgreicher Vernetzung vor Ort betonte auch Heinrich Alt, Mitglied im Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, in seinem Vortrag im Plenum. Er stellte heraus, wie wichtig verlässliche Partner und Partnerinnen für die Betreuung Alleinerziehender sind. „Diese Partner und Partnerinnen finden wir beispielsweise in den Lokalen Bündnissen für Familie“, sagte Alt. „Denn nur in lokalen Netzwerken können wir familienfreundliche Arbeitsangebote und eine gute Kinderbetreuung organisieren.“

Gemeinsame Ziele motivieren langfristig

Wie solche lokalen Netzwerke langfristig erfolgreich bleiben, war Thema eines weiteren Workshops. Dabei waren sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig: Für den langfristigen Erfolg eines Netzwerks für Alleinerziehende müssen gemeinsame verbindliche Ziele festgelegt werden. Es lohnt sich durchaus – vor allem wenn das Netzwerk dauerhaft und nachhaltig bestehen soll – um einzelne Wörter zu ringen, wenn sich dadurch alle Akteure mit den Zielen identifizieren. Darüber hinaus sollte man im Netzwerk von Anfang an Vertreterinnen und Vertreter der Entscheidungsebene und operativen Ebene der einzelnen Institutionen einbinden. Dadurch wird sichergestellt, dass Prozesse sowohl auf Arbeitsebene in der Planung mitgedacht werden als auch den nötigen Rückenwind von oben haben.

Alleinerziehende sind gesellschaftliche Leistungsträger

Als Partner für die Netzwerkarbeit sollte man zudem Unternehmen gewinnen. Wie das gelingt, wurde in einem eigenen Workshop diskutiert. Hier stellte sich heraus: Es ist sinnvoll, Unternehmen anzusprechen, die sich bereits über Zertifikate oder Wettbewerbe als familienfreundlich erwiesen haben. Den Unternehmen sollte man deutlich machen, welche Vorteile sie aus der Mitarbeit im Netzwerk ziehen, zum Beispiel im Rahmen einer Teilzeitausbildung für Alleinerziehende: So gewinnen sie zum Beispiel hochmotivierte Beschäftigte und verbessern ihr Image. Zurückhaltung ist bei der Ansprache von Unternehmen fehl am Platz, merkten Workshop-Teilnehmer an. Man sollte ruhig selbstbewusst als „Verkäufer eines guten Produkts“ auftreten und dabei deutlich machen: Alleinerziehende sind gesellschaftliche Leistungsträger.

Beispiele aus der Praxis belegen den Erfolg der Arbeit im Netzwerk

Wie und wo sich diese Strategien vor Ort bereits bewährt haben, konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung anhand von praktischen Beispielen erfahren: Einerseits anhand von Projekten an 12 Pilotstandorten, die – gefördert vom Bundesfamilienministerium und wissenschaftlich begleitet vom Institut für Stadt- und Regionalentwicklung der FH Frankfurt am Main – den Aufbau von Netzwerken für Alleinerziehende erprobt hatten. Hierzu betonte Josef Hecken, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: „Die Ergebnisse im Modellprojekt „Vereinbarkeit für Alleinerziehende“ haben gezeigt, dass durch die zielorientierte Kooperation zwischen Trägern der Grundsicherung, Kammern, Verbänden, Kommunen, Jugendhilfe- und Bildungsträgern wirksame Netzwerke entstehen, die Alleinerziehenden Wege in den ersten Arbeitsmarkt eröffnen.“ Zudem wurden erfolgreiche Beispiele aus der Entwicklungspartnerschaft „Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Alleinerziehende“ der Lokalen Bündnisse vorgestellt, an der sich über 50 Lokale Bündnisse für Familie beteiligen.

 Gesamte Dokumentation der Veranstaltung

 Ergebnisse der Workshops

 Flyer zur Impulsveranstaltung "Netzwerke für Alleinerziehende"

Präsentationen zur Impulsveranstaltung


 Heinrich Alt, Bundesagentur für Arbeit

 Prof. Dr. Claus Reis, Institut für Stadt- und Regionalentwicklung (ISR) an der FH Frankfurt/Main

 Christoph Kretschmer, ARGE Mayen-Koblenz und Projektleiter MYKnetz

 Patrik Hauns, Lokales Bündnis für Familie Ettlingen und Amt für Jugend, Familie und Senioren, Stadt Ettlingen

 Susan Geideck, Institut Stadt- und Regionalentwicklung (ISR) an der FH Frankfurt am Main

 Hermine Hauck, Arbeitsmarkt und Beschäftigungsförderung, Stadt Fürth

 Grit Damerow, Frauen- und Familienbegegnungsstätte "Düne" e.V. und Leiterin Alleinerziehendenagentur Sondershausen

 Bernhard Baldas, Lokales Bündnis für Familie und CJD Karlsruhe

 Dieter Wolf, Ausbildungsleiter Siemens AG Karlsruhe


Informationen der Projekte


 Informationen über einige in der Entwicklungspartnerschaft „Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Alleinerziehende“ engagierte Bündnisse

 Informationen über die Pilotprojekte „Vereinbarkeit für Alleinerziehende“
 


 

 
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